Weißt du… nur weil wir einen Geschirrspüler haben, heißt das nicht, dass wir diesen auch immer benutzen müssen. Ich war von Anfang an dagegen, aber du weißt ja, wer sich durchgesetzt hat. Zugegeben, so eine Maschine bietet ja auch einige Vorteile: zum Beispiel, wenn die komplette Familie da ist oder mal wieder größere Feiern mit vielen Menschen anstehen, dann bietet es sich in der Tat an, schnell mal alles reinzustellen, den Geschirrspüler einzuschalten und dann wieder zurück zu den Gästen gehen zu können. Aber wenn nur wir zwei da sind und wir mehre Tage brauchen bis der Geschirrspüler überhaupt voll ist, dann lohnt es sich nicht diesen zu benutzen.
Dann ist es einfacher, sein benutztes Geschirr liegenzulassen oder auch wiederzuverwenden, denn umso länger das dreckige Geschirr in der Maschine steht, desto öfter bleiben im Spüler einige Reste am Geschirr kleben. Da lohnt es sich, wenn man solche Teller vorher einweicht und wenn man das eh schon macht und Wasser benutzt, dann kann man sie auch gleich per Hand abwaschen.
Aber es gibt auch andere Punkte, warum ich die manuelle Handspülung einem automatischen Geschirrspüler vorziehe.
Ich kann zum Beispiel immer gut nachdenken beim Spülen und beim Abtrocknen. Hier hat man mal Ruhe und Zeit seine Gedanken schweifen zu lassen. Die besten Einfälle sind mir dabei schon gekommen. Wenn man dazu noch Musik hört, kann dir diese kurze Zeit, die dir noch vorkommt, wie lästige Strafarbeit, die schönste des Tages werden.
Außerdem verbessert das Abwaschen von Tellern und Tassen deine Fingerfertigkeit. Das ist dann mal was anderes als stundenlanges Tippen, Wischen und Klicken am Handy und Computer. Gegen deine Grobmotorik kann sie sicher auch helfen.
Du meinst doch immer, dass du dich für Geschichte interessierst: früher hatten die Menschen auch keine Geschirrspüler, sie hatten nicht einmal fettlösendes Spülmittel und haben es trotzdem überlebt.
Natürlich, man spart ein bisschen Wasser und viel Zeit, aber dafür wird auch wieder Strom verbraucht und diese chemischen Reinigungstabs sind auch nicht kostenlos.
Ein weiterer Punkt ist, dass wir noch Geschirr haben, das nicht spülmaschinenfest ist. Es verträgt sich nicht mit den aggressiven Reinigern und den hohen Temperaturen; daher muss es dann also eh von Hand abgespült werden, wenn es nicht kaputt gehen soll.
Außerdem kostet die Reinigung der Abflusssiebe auch wieder Zeit. Das musstest du zwar noch nie machen, aber ich kann dir sagen, wenn erstmal Essensreste in der Maschine zu faulen beginnen und sich diese üblen Gerüche verbreiten, ist das alles andere als schön.
Essensrückstände nach dem Waschen können aber auch darauf beruhen, dass das benutzte Geschirr von den Wasserstrahlen nicht genügend erreicht wurde. Das kann zum Beispiel passieren, wenn jemand das benutzte Geschirr nicht ordentlich reingestellt hat und der reinigende Wasserstrahl durch einen Teller abgehalten wurde. Auch hier würde man später dann wieder mit der Hand nacharbeiten müssen.
Schlimmer als stumpfe Teller wäre es, wenn du scharfe Messer oder andere spitze Gegenstände falsch reinlegst. Diese könnten dann die Kunststoffummantelungen beschädigen, was zur Folge hat, dass der Geschirrspüler sehr schnell zu rosten beginnt und dann kann man die Spülmaschine auch bald wegschmeißen.
Damit die Geschirrspülmaschine dein Wischen, Reiben und Kratzen, also deine komplette, manuelle Arbeitskraft, ersetzen kann, gleicht sie diesen Aufwand mit mehr Chemikalien aus. Dieser Ersatz belastet dann zusätzlich noch die Umwelt. Der Großteil dieser hochkonzentrierten, unterschiedlichen Chemikalien kam früher noch nicht einmal an ihr Ziel, da sie nach dem ersten Waschgang bereits abgepumpt wurden, ohne zur eigentlich vorgesehenen Wirkung zu gelangen. Mittlerweile haben wir aber einen Spüler, der besser darauf eingestellt ist.
Da lobe ich mir meine einfache Zitronensäure, die auch noch von der Umwelt abgebaut werden kann. Du siehst, auch ein Geschirrspüler hat nicht nur Vorteile.
Mein letzter und wichtigster Punkt nun aber zum Schluss: unsere Spülmaschine ist heute Mittag mal wieder kaputt gegangen.

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