Weißt du… der Grund, warum du noch kein eigenes Haustier bekommst, ist dass du noch zu jung bist.
Sich um ein eigenes Haustier zu kümmern ist nicht so einfach, wie du meinst. Egal, ob es sich um ein schuppiges, gefiedertes oder ein von Fell befallenes Haustier handelt.
Du denkst, dass du das ohne große Probleme packen kannst, denkst an ein bisschen Füttern und vor allem an Streicheleinheiten. Aber was ist mit dem regelmäßigen Gassi gehen, im Regen oder kalten Winter? Was ist, wenn das Tier nach Aufmerksamkeit verlangt und du aber gerade keine Zeit oder Lust hast? Frühmorgens oder spätabends kratzt es vielleicht an deiner Tür und miaut. Was ist, wenn du gerade in den Ferien bist? Wer kümmert sich dann um das Tier? Wer macht den Käfig regelmäßig sauber und was, wenn es krank wird? Haustiere sind hungrig: sie verschlingen viel Zeit und viel von deinem Taschengeld.
Es gehört eine Menge Verantwortungsbewusstsein dazu und es ist fast genauso schwer, wie ein eigenes Kind zu erziehen. Darum kommt ein eigenes Haustier erstmal nicht in Frage für dich!
Aber tröste dich, viele Erwachsene machen auch diesen Fehler und denken, nur weil sie ein Haustier gut abgerichtet und stubenrein erzogen haben, können sie auch super mit eigenen Kindern umgehen. Aber das ist nicht so!
Ich habe schon einige Haustierbesitzer gesehen, die mit Hund, Katze und Vogel zusammen überhaupt keine Probleme hatten, aber daran gescheitert sind, ihr eigenes Kind ordentlich zu erziehen, denn sie kamen überhaupt nicht klar mit der Erziehung.
Das klingt erstmal seltsam, doch schau mal, Kinder und Haustiere haben Ähnlichkeiten aber auch viele Unterschiede: Sie sind unberechenbar, haben ihren eigenen Dickkopf und sobald sie es können, wollen sie ihre eigene Welt erkunden und werden ihre eigenen Erfahrungen machen. Egal, ob nun im Käfig, im Gehege, in der Wohnung oder draußen. Doch sie wollen gerne immer mehr und immer weiter entdecken.
Haustieren kann und sollte man beibringen, dass man der Anführer ist, damit sie auf einen hören, aber man muss ihnen nicht zeigen, wie man einen Löffel hält oder eine Schleife bindet. Sie werden es weder können, noch zum Leben brauchen. Haustiere können ohne Besteck fressen und ohne Schuhe laufen. Doch bei Kindern ist das anders. Sie brauchen Kleidung und sie essen nicht aus Näpfen, sondern mit Löffeln und später auch mit Messer und Gabel.
Verstehe mich bitte nicht falsch! Haustiere und Kinder geben auch viel Liebe zurück. Nichts ist schöner als ein herzliches „Miauu“ oder „Papaa“ zu hören und dann nebeneinander einzuschlafen, doch bis dahin ist es eben ein steiniger Weg.
Viele Eltern denken, sie müssen ihre Kinder genauso wie ihre Tiere nur ein wenig bespaßen und von einem Event zum nächsten bringen, wobei so ein Event schon die tägliche Fütterung sein kann. Bei einem Haustier gibt man einfach etwas Futter, beim Kind sollte man zusammen essen und ihm gut zu reden. „Ja, fein hast du das aufgegessen!“
Nachdem viele an dieser Hürde schon gescheitert sind, kommt vermutlich bereits die nächste Hürde mit dem Einschlafen. Kinder können nicht auf Kommando einschlafen, auch wenn das viele genervte Eltern gerne hätten. Ihre Kinder sollten aber auch nicht nur auf Kommandos reagieren, sondern selbst denken und mit der Zeit lernen, wann und wie sie etwas machen dürfen.
Manche verzweifelte Eltern denken, irgendwann schläft das schreiende Kind schon von alleine ein, mein Haustier gibt doch auch irgendwann Ruhe. Dabei hilft es oft schon beim Einschlafen einfach nur eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen und das Kind ruhig zu wiegen, doch das kriegen sie nicht hin. Ein Haustier will so etwas doch auch nicht…
Ich denke, du kannst froh sein, dass du dich noch auf dein eigenes Leben konzentrieren kannst und nicht gleichzeitig deins und das eines Haustieres managen musst. Die Zeit, die du nun für Hobbys und Freizeit hast, müsste dann für dein Haustier drauf gehen. Du würdest weniger mit deinen Freunden unternehmen können.
Du kannst dich aber gerne um die Haustiere unserer Nachbarn kümmern, wenn diese verreist sind. Dann wärst du nicht mehr nur Kind, sondern auch Erziehungsperson für das Tier und kannst dich beweisen. Und wer weiß, vielleicht bekommst du dann nächstes Jahr ein eigenes Haustier.

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