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Heutige Jugend (2007)

Posted by Jan Ischke on 5. August 2007 in Gedichte |

Wenn sie spätabends von der Arbeit kommen,
fahren sie, so schnell wie es geht, nach Haus.
Sie sehen schon relativ mitgenommen
und wie kleine kränkliche Kinder aus.

Nachdem sie die Schule hinter sich gelassen,
kamen sie ins richtige Leben alsbald
und merkten und konnten es kaum fassen:
die Schule war der bessere Aufenthalt.

Aber nicht nur müde sind sie, nein;
ihre Müdigkeit hat auch keinen Zweck.
Deshalb machen sie sich danach noch fein
und laufen heimlich wieder weg.

Und dann gehen sie irgendwohin tanzen:
ins »WORLD« oder »FUN« oder wie das heißt.
Sie treiben es im Großen und im Ganzen,
mit oder ohne Rhythmus, verhältnismäßig dreist.

Sie brauchen die Abwechslung und die Zerstreuung
von ihrem sonst so regelmäßigen Job.
Die Musik, die Leute, die ganze Erneuung
ihres Alltags; das finden sie alles top.

Später sitzen sie in den Stadtparks auf Bänken,
und trinken noch so manches gemeinsame Bier.
Weiter können sie sich ja nicht ablenken!
Und bis sie zu Hause sind, wird’s nach um Vier.

Ach, sie glauben, dass man zum Vergnügen,
nur für Spaß und Freude existiert!
Irgendwann werden sie sich auch noch fügen;
wenn ihr Körper die Ausdauer verliert.

Sie sind jung und täuschen ihren Körper sehr.
6 Uhr 30, morgens, wenn der Wecker klirrt,
todmüde und im Bett 100 Tonnen schwer,
merken sie: sie haben sich geirrt.

von Jan Ischke (2007)

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